Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe für Jugendliche (Haus IV)


Zielgruppe

Die Inobhutnahme ist notwendig und geeignet, wenn:

  • der Jugendliche/junge Heranwachsende durch seine Symptomatik aufzeigt und/oder zu der inneren Überzeugung gelangt ist, entstandene Probleme nicht mehr mit den Sorgeberechtigten in einer adäquaten Art und Weise lösen zu können;
  • die Eltern/Sorgeberechtigten sich mit der Beziehung und Erziehung ihres Kindes überfordert fühlen und in der aktuellen Situation Strategien und Verhaltensgrundlagen zur Bewältigung der Symptomatik  fehlen;
  • das Jugendamt aufgrund vielfältiger möglicher Hinweise (Schule, Nachbarn, etc.) im Rahmen seines Aufgaben- und Zuständigkeitsgebietes mit symptombezogenen Krisensituationen konfrontiert wird und nach zunächst kurzfristigen Lösungswegen sucht;
  • der Jugendliche/junge Heranwachsende nicht das Problem ist, sondern die Eltern aufgrund besonderer Lebensumstände (z. B. Suchtproblematik, Krankheit, zugespitzter Ehekrise, Inhaftierung eines Elternteils etc.) erst eine eigene Klärung bzw. zunächst Lösungsansätze in der Bearbeitung ihrer Problemsituation herbeiführen wollen.

Die Abklärung ist geeignet, wenn

  • innerhalb der Frist der Inobhutnahme  keine Lösung für die vorhandene Symptomatik gefunden werden kann;
  • vorausgegangene Maßnahmeabbrüche bei einer tiefer gehenden Betrachtung der Symptomatik des Jugendlichen/jungen Heranwachsenden notwendig erscheinen lassen;
  • die Beteiligten zu dem Ergebnis kommen, dass die vorhandene Symptomatik im Familiensystem bislang nicht vollständig aufgedeckt und berücksichtigt werden konnte und somit ein Fortbestand der Schwierigkeiten im Familiensystem wahrscheinlich ist;
  • die Probleme/Symptome nicht im verursachenden Familiensystem bearbeitetet werden können, sondern einer Distanzierung/Entspannung/Beruhigung bedürfen.

Inobhutnahme und Abklärung sind nicht geeignet für Jugendliche/junge Heranwachsende, die

  • akut suizidgefährdet sind, 
  • extrem fremdgefährdet oder fremdgefährdend sind;
  • ihre Alltagsbewältigung zu sehr auf das Beschaffen und Konsumieren von Suchtmitteln ausrichten.

Anschrift:

Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe
Gotteshütte 1
32457 Porta Westfalica

 

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Pädagogische Leitung:

Britta Obernolte
Telefon: 0 57 22 / 28 01-15
E-Mail: b.obernolte@jugendhof-gotteshuette.de

 


 

Teamleitung:

Frank Beckemeyer
Telefon: 0 57 22 / 28 01-74
E-Mail: inobhutnahme@jugendhof-gotteshuette.de

 


 

Mitarbeiter:

6 Stellen (+0,5 HWK)


Plätze: 9

 


 



Ziele:

Ziele der Inobhutnahme sind:

  • Distanz schaffen in Fällen zugespitzter emotionaler Konflikte, um sie professionell zu versachlichen und einer Lösung zuzuführen;
  • Gefahrenabwendung durch Schutz- und Deeskalationsstrategien;
  • Hilfe bei der Bewältigung von Krisen;
  • Unterstützung Minderjähriger in Notsituationen;
  • Stabilisierung und Stützung des Minderjährigen durch pädagogische Betreuung/Anlaufstelle;
  • Beratung und Begleitung bei der Rückkehr in das Herkunftssystem;
  • Beratung und Begleitung in andere sich anschließende Hilfen.

 

Ziele der Abklärung sind:

  • Entwicklung qualifizierter und systemischer Entscheidungshilfen über die weitere Lebensperspektive mit dem Jugendlichen/jungen Heranwachsenden, Jugendamt und der Eltern/Sorgeberechtigten/Erzieher und aller sonstigen an der Erziehung und Beziehung Beteiligten;
  • Überprüfung der Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit des Jugendlichen/jungen Heranwachsenden und seines Herkunftssystems;
  • gemeinsame Festlegung der Abklärungsaufträge/-ziele mit allen Beteiligten zu Beginn der Maßnahme (Hilfeplan);
  • Reduzierung der Symptomatik des Jugendlichen/jungen Heranwachsenden und der familiären Problematik mit gleichzeitiger Stärkung vorhandener Ressourcen;
  • Erarbeitung verstehender und akzeptierender Grundhaltung bei den Eltern und anderen Erziehungspersonen gegenüber dem Jugendlichen/jungen Heranwachsenden;
  • Praktische Überprüfung der individuell festgelegten Zielbeschreibungen und gemeinsame Reflexion innerhalb des sicheren Rahmens der Abklärungsgruppe. Auftretende Probleme werden dabei analysiert und dokumentiert und ggf. mit einer gemeinsamen Zielveränderung beantwortet;
  • Beratung und Begleitung bei der Rückführung in die Herkunftsfamilie bzw. Überleitung in eine Anschlussmaßnahme.

 



 

Konzeptionelle Schwerpunkte:

Pädagogische Leistungen

Die pädagogischen Leistungen in der Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe umfassen:

  • Sofortige Aufnahmebereitschaft in der Inhobhutnahmegruppe;
  • Schon- und Schutzraum für Jugendliche und junge Heranwachsende;
  • Enge Zusammenarbeit mit Jugendämtern, Polizei und Schulen (im Einzelfall gewährleisten wir anonyme Unterbringung);
  • Entspannung und Entlastung in der familiären Krisensituation;
  • Angemessener wertschätzender Umgang mit den Eltern und Jugendlichen/jungen Heranwachsenden;
  • Aufsicht und Betreuung in altersentsprechender Atmosphäre;
  • Sicherstellung von Gesundheitsvorsorge, Körperpflege und Krankenpflege;
  • Organisation des Lebensalltags;
  • Einübung in Regeln, Strukturen und lebenspraktische Fertigkeiten;
  • Organisation der schulischen/beruflichen Situation;
  • persönlichkeitsfördernde Maßnahmen und Förderung des Sozialverhaltens;
  • Deeskalierende Maßnahmen.

Elternarbeit

  • Regelmäßige Eltern- / Familiengespräche durch Mitarbeiter des Teams, ggf. begleitet durch Leitung oder Psychologen;
  • Regelmäßige individuell abgestimmte Elternbesuche in der Gruppe, die durch die Gruppenpädagogen begleitet werden können;
  • Trainingseinheiten mit Eltern und Ihren Kindern, ggf. begleitet durch Bezugserzieher;
  • Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien und Aufarbeitung von Problemen zwischen dem Jugendlichen / jungen Heranwachsenden und seinen Eltern;
  • Erarbeitung einer positiven Einstellung der Eltern zu ihren Jugendlichen / jungen Heranwachsenden und eine auf deren Persönlichkeit ausgerichtete Erziehungsgrundhaltung, wodurch zunehmend Verständnis und Sicherheit im Umgang erlangt werden kann.

Zusammenarbeit mit Schule/Ausbildungsstätte

  • Regelmäßiger Kontakt und Austausch mit der Schule und Ausbildungsstätte;
  • Regelmäßige Begleitung und Kontrolle der Hausaufgabensituation:
  • Ggf. Überprüfung der besuchten Schul- und Ausbildungsform;
  • Ggf. Entwicklung einer schulischen oder beruflichen Perspektive oder Maßnahme;
  • Unterrichtshospitation;
  • Vorrübergehende externe, bzw. haus- und einrichtungsinterne Beschäftigungsangebote und Praktika zwecks Diagnose der Arbeitsfähigkeit und -haltung;
  • Einbeziehung der Lehrer bzw. Ausbilder in den Abklärungsprozess.

Wohnen und Ausstattung

  • Die Inobhutnahme- u. Abklärungsgruppe liegt auf dem Kernheimgelände und ist ausgestattet mit 8 Einzelzimmern und 2-3 Appartements.
  • Das Haus ist hell und freundlich gestaltet. Eine Unterbringung von Geschwisterkindern in einem Zimmer ist möglich. Das Haus verfügt über Gemeinschaftsräume und getrennte Jungen- und Mädchenbereiche, wie auch getrennte Mädchen- und Jungenwohnzimmer.
  • Für Planungs-, Einzel-, und Elterngespräche steht ein Besprechungsraum zur Verfügung.
  • Des Weiteren besteht für 2 Jugendliche im Appartement des Hauses die Möglichkeit der Vorbereitung auf die Verselbständigung bzw. eine Verselbständigungsmaßnahme.
  • Zwecks Mobilität im Freizeitbereich und im Terminmanagement steht der Gruppe ein Kleinbus zur Verfügung.

Infrastruktur

Die Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe befindet sich auf dem Kernheimgelände der Ev. Stiftung Gotteshütte im Ortsteil Kleinenbremen/Porta Westfalica. Auf dem großzügigen Gelände befinden sich neben der Luther-Schule und weiteren stationären, teilstationären und ambulanten Angeboten Möglichkeiten zur Nutzung der Sport- und Spielplätze, der Turnhalle und des Freibads.

Durch die gute infrastrukturelle Einbindung ist der Besuch aller öffentlichen Schulen im Bereich Porta Westfalica und Minden, sowie in Teilen von Schaumburg (z.B. Bückeburg, Rinteln usw.) über öffentliche Verkehrsmittel möglich. Auch die gesundheitliche Versorgung ist in diesem Bereich gut abgedeckt.

Einkaufsmöglichkeiten bieten neben den kleineren Geschäften im Ort die Städte Minden und Bückeburg.

Freizeitangebote können neben den internen Angeboten ebenso in der näheren Umgebung in Anspruch genommen werden und sind auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.


 
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