Inobhutnhame- und Abklärungsgruppe für Kinder "Am Mühlenbach"

 

Zielgruppe

Die Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe als stationäres Angebot bietet die Möglichkeit, Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren aufzunehmen, die sich in ihren Familien in akuten oder chronischen Krisen oder Not befinden, nicht weiter wissen und einer Maßnahme bedürfen zur Krisenintervention oder zur Abklärung der weiteren Perspektive.

 

Ziel ist es, mit qualifiziertem Fallverstehen und einer hilfreichen Diagnostik, Perspektiven für das jeweilige Kind zu entwickeln. Im Mittelpunkt der Arbeit steht das jeweilige Kind mit seiner erlebten Lebenswelt und seiner bisherigen Lebensgeschichte unter Einbeziehung aller wichtigen Beziehungspersonen. Innerhalb einer formulierten Fragestellung werden die Ressourcen und Möglichkeiten aller Beteiligten mit einbezogen, um die Bedarfe abzuklären und eine Perspektive empfehlen zu können.

Methoden der Arbeit sind:

 

  • das Blickfeld des Kindes einzunehmen und dessen Not zu verstehen und
  • das Kind mit seinen entwickelten Symptomen (Verhaltensauffälligkeiten) ernst zu nehmen.

 

Es besteht das Ziel, für das Kind und möglichst gemeinsam mit seinen Eltern, Familien und anderen Bezugspersonen eine Perspektive zu entwickeln.

 

Erste Priorität in der Arbeit mit dem jeweiligen Kind ist es, ihm einen Schutz- und Schonraum zur Verfügung zu stellen, in dem es sich sicher, geborgen und verstanden fühlt.

 

Die Entwicklung einer Perspektive für das Kind bildet die Grundidee für die Arbeit. Perspektiventwicklungen sind ergebnisoffen und können als Zielerreichung haben:

  • die Rückkehr in das ursprüngliche Familiensystem, ggf. mit Unterstützung durch ambulante oder teilstationäre Hilfen oder
  • die außerfamiliäre Maßnahme.

Anschrift:
Inobhutnahme-/Abklärungsgruppe für Kinder "Am Mühlenbach"
Osterfeld 4
31749 Auetal/Borstel

 

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Bereichsleitung:

Lars Schünke
Telefon: 0 57 22 / 28 01-12

E-Mail: l.schuenke@jugendhof-gotteshuette.de

 


 

Teamleitung:

Ines Haasner

Telefon: 0 57 53 / 92 78 230

E-Mail: muehlenbach@jugendhof-gotteshuette.de

 


 

Mitarbeiter:

 

5,75 Stellen (+ 0,5 HWK)

 

Plätze: 8

 


 



Innerhalb der Beschreibung des Hilfeangebotes der Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe wird zwischen dem Auftrag der Inobhutnahme / Krisenintervention und einer Aufnahme zur diagnostischen Abklärung in einem zeitlichen Rahmen von einem halben Jahr unterschieden.

 

Die Inobhutnahme ist als kurzfristige Schutzmaßnahme für das Kind als eigenständige Hilfe (§ 42 ggf. in Verbindung mit § 8a SGB VIII) zu verstehen. Die Einbeziehung des vorherigen sozialen Umfeldes und der Personensorgeberechtigten ist Basis für die Rückführung oder einer anderen Perspektive.

 

Sollte in den ersten Tagen der Inobhutnahme oder unmittelbar vor oder während der darauffolgenden Hilfeplanung erkennbar sein, dass eine kurzfristige Rückkehr ausgeschlossen ist und die Perspektive für das Kind (noch) nicht festgelegt werden kann, besteht die Möglichkeit, daraus einen Auftrag zur Diagnostik zu erstellen.

Ein Abklärungsauftrag zur Diagnose wird geknüpft an die Erstellung eines Berichtes zur pädagogisch-psychologischen Diagnose/Abklärung. Dieser trifft anhand formulierter Fragestellungen der Auftraggeber (Jugendamt, Eltern, Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe) fachlich fundierte Aussagen zu einer möglichen Perspektiventwicklung und schließt mit dem Perspektivplanungsgespräch ab.

Inobhutnahme/Krisenintervention und die Aufnahme zur Diagnose/Abklärung werden regelhaft in den hierfür vorgehaltenen Räumlichkeiten in der Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe durchgeführt. Die personellen, sozialen, organisatorischen und räumlichen Ressourcen dieser Gruppe sind Bestandteil dieser Leistungsbeschreibung.

 

Der Diagnoseprozess wird durchgeführt durch den federführenden Bereichsleiter (Dipl.-Pädagoge), das Team der Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe, unter selbstverständlicher Beteiligung des Kindes, seiner Familie und der zusätzlichen Beratung eines externen Dipl.-Psychologen (Gutachter).

Ziele:

  • Distanz in Fällen zugespitzter emotionaler Konflikte zu schaffen, um sie professionell zu versachlichen und einer Lösung zuzuführen;
  • Hilfe bei der Bewältigung von Krisen zu geben;
  • den Kindern einen Schutz gewährleisten;
  • Minderjährige in Notsituationen zu unterstützen;
  • den Minderjährigen durch gezielte professionelle pädagogische Betreuung zu unterstützen und zu stabilisieren;
  • die Rückkehr in das Herkunftssystem zu beraten und zu begleiten;
  • andere sich anschließende Hilfen zu empfehlen;
  • Entwicklung qualifizierter und systemischer Entscheidungshilfen über die weitere Lebensperspektive mit dem Kind, Jugendamt und den Eltern/ Sorgeberechtigten/ Erzieher und aller sonstigen an der Erziehung und Beziehung Beteiligten;
  • Überprüfung der Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit der Eltern und des gesamten Herkunftssystems;
  • gemeinsame Festlegung der Abklärungsaufträge/-ziele mit allen Beteiligten zu Beginn der Maßnahme;
  • Erklärung der Symptomatik, Verstehen des Kindes und der familiären Problematik;
  • Erkennen und Stärkung vorhandener Ressourcen bei Kind und Familie;
  • Erarbeitung verstehender und akzeptierender Erziehungsgrundhaltung bei den Eltern und anderen Erziehungspersonen gegenüber dem Kind;
  • Praktische Überprüfung der individuell festgelegten Zielbeschreibungen und gemeinsame Reflexion innerhalb des sicheren Rahmens der Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe. Auftretende Probleme werden dabei analysiert und dokumentiert und ggf. mit einer gemeinsamen Zielveränderung beantwortet;

Beratung und Begleitung bei der Rückführung in die Herkunftsfamilie bzw. Überleitung in eine Anschlussmaßnahme.

Indikatoren für die Inobhutnahme/Diagnostik:

 

  • wenn das Kind durch seine auffallende Symptomatik Eltern, Schule und Jugendamt seine Hilferufe signalisiert;
  • die Eltern sich mit der Beziehung und Erziehung ihres Kindes überfordert fühlen und
  • der dazu erforderliche Hilfebedarf ambulant nicht ausreichend festgestellt werden kann;
  • in der aktuellen Situation Strategien und Verhaltensgrundlagen zur Bewältigung der Symptomatik fehlen;
  • das Kind eine Möglichkeit braucht, aus dem Streit zwischen den Eltern und anderen Familienmitgliedern herauszukommen;
  • die Eltern den Schutz des Kindes nicht gewährleisten und das Jugendamt gemäß § 8a SGB VIII eingreifen muss;
  • die Eltern, aufgrund besonderer Lebensumstände (z.B. zugespitzter Ehekrise, Trennungsproblematik, Krankheit, Suchtproblematik etc.)  eine Klärung und Lösungsansätze in der Bearbeitung ihrer Problemsituation herbeiführen wollen.
  • innerhalb der Frist der Inobhutnahme / Krisenintervention keine Lösung  und damit keine Perspektive gefunden werden kann;
  • vorausgegangene Maßnahmenabbrüche z.B. Pflegefamilien, eine detaillierte pädagogisch-psychologische Erklärung notwendig macht, warum die Maßnahme scheiterte und was das Kind zur Passung der künftigen Hilfen braucht;
  • die Fragestellung, was das Kind braucht, geklärt werden muss, damit das Kind zu seinem Recht kommt;
  • die Probleme/ Symptome nicht im verursachenden Familiensystem bearbeitet werden können, sondern es einer Distanzierung/ Entspannung/ Beruhigung bedarf.

 

Konzeptionelle Schwerpunkte:

Pädagogische Leistungen

Die pädagogischen Leistungen in der Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe umfassen:

  • Sofortige Aufnahmebereitschaft in der Inhobhutnahmegruppe;
  • Schon- und Schutzraum für das Kind;
  • Enge Zusammenarbeit mit Jugendämtern, Polizei und Schulen (im Einzelfall gewährleisten wir anonyme Unterbringung);
  • Entspannung und Entlastung in der familiären Krisensituation;
  • Angemessener wertschätzender Umgang mit den Eltern und Kind;
  • Aufsicht und Betreuung in altersentsprechender Atmosphäre;
  • Sicherstellung von Gesundheitsvorsorge, Körperpflege und Krankenpflege;
  • Organisation des Lebensalltags;
  • Einübung in Regeln, Strukturen und lebenspraktische Fertigkeiten;
  • Organisation der schulischen/beruflichen Situation;
  • persönlichkeitsfördernde Maßnahmen und Förderung des Sozialverhaltens;
  • Deeskalierende Maßnahmen.

Elternarbeit

  • Regelmäßige Eltern- / Familiengespräche durch Mitarbeiter des Teams, ggf. begleitet durch Leitung oder Psychologen;
  • Regelmäßige Eltern- / Familiengespräche durch Mitarbeiter des Teams, ggf. begleitet durch Leitung oder Psychologen;
  • Regelmäßige individuell abgestimmte Elternbesuche in der Gruppe und zu Hause, die durch die Gruppenpädagogen begleitet werden können;
  • Trainingseinheiten mit Eltern und Ihren Kindern, ggf. begleitet durch Bezugserzieher;
  • Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien und Aufarbeitung von Problemen zwischen dem Kind und seinen Eltern;
  • Erarbeitung einer positiven Einstellung der Eltern zu ihrem Kind und eine auf deren Persönlichkeit ausgerichtete Erziehungsgrundhaltung, wodurch zunehmend Verständnis und Sicherheit im Umgang erlangt werden kann.
  •  

Zusammenarbeit mit Schule

  • Regelmäßiger Kontakt und Austausch mit der Schule;
  • Regelmäßige Begleitung und Kontrolle der Hausaufgabensituation:
  • Ggf. Überprüfung der besuchten Schulform;
  • Ggf. Entwicklung einer schulischen Perspektive oder Maßnahme;
  • Unterrichtshospitation;
  • Vorrübergehende externe, bzw. haus- und einrichtungsinterne Beschäftigungsangebote;
  • Einbeziehung der Lehrer bzw. Ausbilder in den Abklärungsprozess.

Wohnen und Ausstattung

  • Die Inobhutnahme- u. Abklärungsgruppe liegt in dem Dorf Borstel im Auetal; Das Haus verfügt über 9 Einzelzimmer.
  • Das Haus ist hell und freundlich gestaltet. Eine Unterbringung von Geschwisterkindern in einem Zimmer ist möglich. Das Haus verfügt über Gemeinschaftsräume und einen großen Garten mit anregenden Spielmöglichkeiten.
  • Für Planungs-, Einzel-, und Elterngespräche steht ein Besprechungsraum zur Verfügung.
  • Zwecks Mobilität im Freizeitbereich und im Terminmanagement steht der Gruppe ein Kleinbus zur Verfügung.

Wohnen und Ausstattung

Die Inobhutnahme- und Abklärungsgruppe für Kinder liegt im Dorf Borstel in der Gemeinde Auetal im Landkreis Schaumburg. Ein großer Garten, ein anliegender Bachlauf sowie viele Freiflächen bieten Platz zum Toben, Spielen, Radfahren etc. Das Gebäude ist großzügig angelegt und verfügt neben hellen, großen Zimmern auch über verschiedene Nutzungsräume im Keller sowie Nebengebäude. Die Nachbarschaft ist landwirtschaftlich orientiert und die Umgebung ist dörflich und naturbelassen. Die zuständigen Schulen sowie Arztpraxen liegen in Reichweite von 3-10 km, es befindet sich eine Bushaltestelle direkt am Grundstück.


 
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