Wag - Es

 

Ein Kooperationsprojekt von Luther-Schule und Jugendhof Gotteshütte für schulmüde Schülerinnen und Schüler, die

Wege anders gehen - Erfolge suchen

Zielgruppe:

 

Die Problematik der Zielgruppe in diesem Bereich geht weit über die Fördermöglichkeiten auch einer Förderschule ESE mit ihren schon sehr individuellen Angeboten hinaus, da hier Schüler im Fokus stehen, die als wesentliches Merkmal ihres Verhaltens in jeglichen Krisen und Konfliktsituationen die Verweigerung, das Weglaufen, den völligen inneren Rückzug verfestigt haben, also nicht mehr erreichbar sind.

Jugendliche im 8. 9. oder 10. Schulbesuchsjahr,

  • mit gravierenden Unterricht/ Schule vermeidenden bzw. verweigernden Verhaltensweisen, so dass sie gefährdet sind ohne jeglichen Abschluss und beruflichen Perspektiven ihre allgemeine Schulpflicht zu beenden.
  • die mit ihren verweigernden Verhaltensweisen den Unterricht in ihren Ursprungsklassen nachhaltig stören.
  • die durch langanhaltende Abwesenheit ihre Schulpflicht nicht erfüllen.
  • bei denen alle pädagogischen und ordnungsrechtlichen Maßnahmen erfolglos versucht worden sind, die aber noch mindestens ein Pflichtschuljahr zu absolvieren haben.

Anschrift:
Wag-Es
Gotteshütte 1
32457 Porta Westfalica

 

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Bereichsleitung:

Cornelia Schwalb
Telefon: 0 57 22 / 28 01-13
E-Mail: c.schwalb@jugendhof-gotteshuette.de

 

Teamleitung: Gerhard Amann


 

Mitarbeiter:

2,0 Stellen

    eine Sozialpädagogin (0,5)

    ein Handwerksmeister (0,5)

    eine Förderschullehrkraft (1,0)


Plätze: 8



 

 

Aufnahmekriterien:

 

  • ausgeprägte und verfestigte Verhaltensweisen oder Verweigerung von Unterricht/Schule
  • schulpflichtig im 8., 9. oder 10. Schulbesuchsjahr ohne Aussicht auf einen Schulabschluss zum Zeitpunkt des Eintritts in das Projekt.
  • ein erkennbarer Wille zur Veränerung bei den Kandidaten
  • Hilfeplangespräch (HPG) vor der Aufnahme: Alle in der Familie aktiven Helfer sprechen mögliche Unterstützungsmaßnahmen ab und verpflichten sich zur Mitarbeit entsprechend der Absprachen.

 

Rechtsgrundlage

§§ 27(3) SGB VIII, §13 SGB VIII


Räumlichkeiten

 

Die Räumlichkeiten des Projektes „Wag Es“ liegen auf dem Kernheimgelände des Jugendhofes Gotteshütte in Kleinenbremen (Porta Westfalica). Das Projekt hat damit auch Zugriff auf den weitläufigen Außenbereich mit dem Sport- und Basketballplatz, dem Freibad und Nutzungsmöglichkeit der Turnhalle. Bus- und Bahnanbindungen nach Minden, Bückeburg und Stadthagen ermöglichen einen großen Einzugsbereich.

Die meisten Räumlichkeiten, die von den Projektteilnehmer genutzt werden, befinden sich im Technikhaus der Luther-Schule. Dabei bietet der von dem zentralen Schulgebäude abgewandte Eingang zum Technikhaus die Möglichkeit, die zeitlichen Rhythmen beider Systeme unabhängig voneinander und ohne gegenseitige Störungen zu gestalten.


Untergeschoss

  • Holzwerkstatt
  • Metallwerkstatt
  • Lagerräume für Werkstücke

Obergeschoss

  • Zwei Unterrichtsräume des Projektes "Wag - Es", als Großraum zu verbinden, mit variablen Arbeitsplätzen
  • PC-Arbeitsplätze
  • Teamraum/ Medienraum
  • Küche mit Gruppen-/ Esstisch
  • Waschmaschine

Zusätzlich befinden sich hier die Büros der Schulsozialarbeiterin und der Schulhausmeisters. Bei Bedarf ist auch von dieser Seite eine zeitweise Unterstützung möglich.



 

Weitere Möglichkeiten

Angrenzend an das Technikhaus stehen in den Gebäuden der ehemaligen Landwirtschaft der Stiftung Gotteshütte verschiedene Räume zur Verfügung, in denen Projektarbeiten durchgeführt werden können.

Für sportliche Aktivitäten kann die Sporthalle der Luther-Schule mit allen Geräten (incl. Wettkampftrampolin und Bogenschießanlage sowie Waveboards und Fahrrädern) genutzt werden, ebenso die Kanus des Jugendhofes.

Weiterhin existiert bereits eine Kooperation mit dem Kleinenbremer Tennisverein und dem Fußballverein, so dass auch dessen Tennisplätze bzw. der Sportplatz genutzt werden können.

Hinsichtlich erlebnispädagogischer Aktivitäten bietet der angrenzende Wald gute Möglichkeiten, bei Bedarf auch in Verbindung mit Angeboten der Forstverwaltung.

In diesem Bereich kann auch die schuleigene Niedrigseilgarten-Ausstattung sowie die Boulder-Kletterwand genutzt werden.

 


 

Grundleistungen

Beziehungsarbeit und Verständnis für die Lebenswelt der Schüler sind Voraussetzung für das Erreichen jeglicher Ziele bzgl.

 

der pädagogischen Arbeit

                        (mit systematischer Einbeziehung erlebnispädagogischer Aktivitäten)

  • Aufbau und Einüben einer geregelten Tagesstruktur
  • Regeln und Absprachen als Grundlage von sozialem Zusammenleben erkennen und leben
  • Erarbeiten und Einüben situationsangemessener Verhaltensweisen
  • Trainieren von Konfliktfähigkeit (als Gegenentwurf zur Vermeidung/ Entzug)
  • Erarbeiten und Einüben von Konfliktlösestrategien
  • Hilfestellung in lebenspraktischen Bereichen und in Krisen
  • Förderung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung
  • Vermitteln und Einüben von Schlüsselqualifikationen

 

der schulischen Arbeit

  • Individuelle Förderpläne als Grundlage
  • Orientierung an den Vorgaben der Bildungsgänge Lernen oder Hauptschule
  • Verknüpfung von werkpraktischem Tun und schulischen Inhalten
  • Anlehnung an Berufspraxis bei handlungsorientierter Vermittlung
  • Kein verpflichtender allgemeiner Fächerkanon/ keine verpflichtenden Inhalte
  • erneute Motivation für schulische Inhalte
  • allgemeine Erweiterung schulischer Kenntnisse

 

Daraus ergeben sich folgende Möglichkeiten für die perspektivische Zielsetzung bei Erfüllung der Schulpflicht:

  • Erweiterung der handwerklichen und schulischen Kenntnisse auf der Grundlage eines individuellen Förderplans -> Förderschulabschluss
  • Eingliederung i. d. Regelschulunterricht der Luther-Schule – Bildungsgang Lernen -> Förderschulabschluss mit Möglichkeit zum HS - Abschluss Kl. 9
  • Eingliederung in den Regelschulunterricht der Luther-Schule – Bildungsgang HS    -> Hauptschulabschluss Kl. 9  und 10
  • Vermittlung in eine berufsorientierende o. berufsvorbereitende Maßnahme
  • Vermittlung in eine Berufsausbildung

 

der Werkstattarbeit

  • Förderung der Schlüsselqualifikationen (Ausdauer, Genauigkeit, Sorgfalt, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit).
  • von Einzelaufgaben zu Teamaufgaben.
  • Durchführung handwerklicher Projekte zur Einübung von typischen Arbeitsabläufen und Tätigkeiten.
  • Praktika und Hospitationen in verschiedenen Berufsfeldern und Betrieben in verschiedenen Handwerksbereichen.

Dabei stehen die verschiedenen Bereiche nicht gleichzeitig zur Verfügung, sondern werden in Abhängigkeit von den Interessen der Teilnehmer in unterschiedlicher Reihenfolge eingerichtet.

Tagesablauf

Jugendliche mit dem Förderbedarf ESE sowie solche mit einer Absentismusproblematik benötigen klare Strukturen und einen verlässlichen Rhythmus für alltägliche Vorgänge. Ein fester, ritualisierter Tagesablauf gibt ihnen Sicherheit und Orientierung.

Andererseits sind viele dieser Jugendliche genau solcher Strukturen seit längerer Zeit entwöhnt. Daher wird bei vielen ein Tagesbeginn vor 7.00 Uhr (und dann Schulbeginn 08.00 Uhr) realistischer Weise zunächst nicht möglich sein. Folgerichtig ist der Werkstatt- bzw. Unterrichtsbeginn auf 09.00 Uhr festgelegt, um den Projektstart zu erleichtern (insbesondere in der Probe- und Eingewöhnungsphase). Ggf. wird im Einzelfall ein Weckservice oder vorübergehend auch ein Abholservice eingerichtet. Der Tagesumfang übersteigt 4 Zeitstunden plus Mittagessen nicht.

Als Einstieg in den Tag findet ein gemeinsames Frühstück statt, in dessen Verlauf eine gemeinsame Tagesplnung erfolgt.

Danach können Unterrichtsinhalte projektorierntiert vermittelt werden, ggf. wird Unterricht auch im Hinblick auf die Eingliederung in den Regelschulbetrieb an der Luther-Schule gestaltet.

Der Abschluss des Tages soll ein gemeinsames Mittagessen sein, das von einigen (sich abwechselnden) Teilnehmern und einem Betreuer zubereitet wird, während die anderen Teilnehmer z.B. Sport betreiben. Dieses gemeinsame Mittagessen soll zum einen die Bereitschaft erhöht werden bis zum Ende des Tages im Projekt zu bleiben, zum anderen bietet es auch die Gelegenheit zu einer entspannten Tagesreflexion.



 

 

Nachbetreuung

Die Nachbetreuung entweder in berufsvorbereitenden Maßnahmen anderer Träger oder in der Luther-Schule erfolgt durch das Team des Projektes "Wag - Es" und dient der Nachhaltigkeit  der bisherigen Maßnahmen bzgl. der jeweiligen individuellen Ziele.

 

Das Ziel der Nachbetreuung ist eine qualifizierte Übergabe an die Folgemaßnahme

- Übergabegespräch unter den Aspekten des Förderplans

- ggf. Begleitung zum Einstieg in die Folgenmaßnahme

- regelhafte Telefonate mit den Jugendlichen und Betreuern

- Unterstützung und Beratung in Konflikten und Krisen

 

Als Zeitraum sind zunächst 3-6 Monate für eine solche Nachbetreuung eingeplant, wobei von einer i.d. Regel rückläufigen Intensität ausgegangen werden kann.

 
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